Danke für euer Feedback – meine Gedanken dazu…

Liebe Menschen,

ich bin berührt und dankbar. Für eure vielen Nachrichten auf diversen Kanälen, über euren liebevollen Zuspruch, genauso wie für eure kritischen Gedanken und auch ganz klaren Gegenargumente.

 

Wir sehen das und hören das. Ich und wir sind dabei, alles auszuwerten, zu reflektieren, all eure Nachrichten zu lesen und hoffentlich auch die allermeisten davon zu beantworten.

 

Trotz der vielen reflektierten und guten Zuschriften, war ein respektvoller Austausch auf dem gewählten Kanal leider nicht möglich. Das hätte uns vorher klar sein können – über die Heftigkeit und Aggressivität von beiden Seiten waren wir an vielen Stellen dennoch sehr überrascht.

 

Wir haben kurz auf Pause gedrückt, möchten den Diskurs aber nicht verstummen lassen, ihn jedoch künftig anders führen. Jetzt erst recht.

 

Mein Text von letzter Woche hat in meinem/unseren unmittelbaren Umfeld viel ausgelöst und in Bewegung gebracht. Menschen, auch aus unseren eigenen Reihen, sind gegangen oder haben sich von mir und uns abgewendet. Andere sind aus unerwarteten Richtungen sehr viel näher gekommen, viele sind dazugetreten.

 

Mir ist an dieser Stelle wichtig zu betonen: Mein letzter, sowie auch dieser Text, entspringt aus meinem ganz persönlichen, individuellen Empfinden. Ich, Sophia, schreibe diesen Text, doch bin ich nur ein Teil des Ganzen.

Zu unserer Schule gehören ebenso Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, die anderer Meinung sind. Das darf, ja das muss sogar so sein.

 

Dieser erste Crash durfte sein, vielleicht musste er das sogar. Ich persönlich empfinde ihn im Nachhinein als wertvoll und bin sicher, dass daraus etwas noch Echteres entstehen kann.

 

Im Nachhinein hätte ich einige Worte und Formulierungen anders gewählt und bei den Menschen, die sich durch meine Worte persönlich verletzt oder getroffen gefühlt haben, entschuldige ich mich.

 

Ich möchte nichts verharmlosen, keine schweren Krankheitsverläufe ausblenden oder die großen Herausforderungen, Existenznöte, Ängste und Sorgen, die diese Zeit bei so vielen ausgelöst hat, kleinreden oder mich darüber erheben. Im Gegenteil.

 

Dennoch stehe ich hinter dem, was ich geschrieben habe. Und ich empfinde alle ausgelösten Gefühle inmir und im Außen als wichtig und richtig.

 

Viele Menschen, geimpfte und ungeimpfte, haben mir geschrieben, wie dankbar sie waren.

Viele, die sagten, dass ich ihnen aus der Seele spreche. Viele, die meine Wahrnehmung und meine Empfindungen bestärkten, viele, die ähnliches erlebt haben, nachdem sie ihre Meinung äußerten. Und viele, die sich aus verständlichen Gründen nicht trauen zu sprechen. Ebenso wertvolle Beiträge von Menschen, die sich aus vielen Gründen für eine Impfung aussprechen, haben mich erreicht.

 

Ich schaue hin, nehme wahr, reflektiere und lerne aus dem, was ich erlebe.

Mir persönlich hat es noch deutlicher gezeigt, dass es wichtig ist, über die eigenen Gefühle zu sprechen.

 

Die unsachlichen, aggressiven Beschimpfungen, Abwertungen, Anfeindungen, die Ausgrenzung, die auf nicht nur meinen Kommentar folgen, sondern auf eigentlich allen Beiträgen in diesem Diskurs, sprechen Bände. Ein persönlicher Austausch auf Augenhöhe wird zunehmend schwierig. Doch entmutigen lassen möchten wir uns nicht.

 

Der Gesprächsbedarf ist da, das ist mehr als deutlich. Und erst wenn wir sprechen, werden wir wirklich weiter kommen in dieser Situation. Miteinander. Nicht gegeneinander.

 

Ich habe meine persönlichen Bedenken, Sorgen und individuellen Beobachtungen mit euch geteilt. Ihr habt eure mit mir geteilt. Dafür bin ich dankbar und eure Sichtweisen bereichern mich.

 

Es gibt nicht nur zwei Seiten, nicht nur Schwarz oder Weiß, nicht nur Dafür oder Dagegen, nicht nur Geimpft oder Ungeimpft. Ich wünsche mir, dass wir dies immer mehr erkennen.

 

Und jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, persönliche Gründe äußern zu dürfen, ohne unmittelbar verurteilt und in Schubladen gesteckt zu werden.

 

Menschen allein aufgrund eines Impfstatus als gut oder schlecht zu bezeichnen – das sind nicht die Kategorien, nach der wir uns gegenseitig be-/verurteilen sollten. Im direkten Umfeld zerbrechen an dieser Frage gerade Freundschaften, Partnerschaften und Familien.

Ist es das wert?

 

Tolerante Menschen können eine andere Meinung akzeptieren und dennoch in einen Dialog gehen.

 

Es ist an vielen Stellen sinnvoll und gut, sich mit Gleichgesinnten zu verbinden. Doch wir laufen Gefahr, dass sich immer weitere Parallel-Welten bilden, die irgendwann nicht mehr zueinander finden werden. Das beunruhigt mich sehr.

 

Sowohl in der konventionellen Berichterstattung als auch in vielen, sicher fragwürdigen, Gruppen in sozialen Netzwerken, wird zunehmend polarisiert. Natürlich sind viele von uns verleitet, sich einer der beiden (oft extremen und kompromisslosen) Haltungen anzuschließen.

Auf beiden Seiten besteht eine große Gefahr, sich zu verlieren und den Bezug zu unseren eigenen Empfindungen und zur Realität zu verlieren.

 

Wir sollten achtsam sein, dass wir uns nicht pauschal auf eine Seite ziehen lassen und die Offenheit für andere immer unmöglicher wird.

 

Beide Extreme bilden nicht die Mitte ab, in der sich die allermeisten Menschen befinden.

Doch gerade jetzt sollten wir den Weg der Mitte, den Weg miteinander gehen.

Das geht jedoch nur, wenn wir (im nächsten Umfeld) wieder anfangen, uns zuzuhören, uns gegenseitig ernst zu nehmen und die eigenen Empfindungen zu äußern bzw. über sie zu sprechen.

 

Die Gemeinsamkeiten sind größer als die Unterschiede. Doch der Fokus liegt bei ganz vielen leider gerade bei Letzterem.

 

Ich finde es nicht natürlich, wenn alle Menschen nur einer Meinung sind, weitere Ideen und Ansätze keinen Raum haben dürfen und nicht gehört werden wollen.

 

Wenn wir alle einer Meinung sind, können wir uns nicht weiterentwickeln, da eine Sichtweise immer zu begrenzt ist, um die Ganzheit einer Thematik zu erfassen.

 

Das gilt für uns alle. Ein Mensch allein kann nicht alles durchdringen. Wir brauchen verschiedene Meinungen aus vielen Richtungen, aus verschieden Augen, um uns ein umfassenderen Blick über eine Lage erarbeiten zu können. Viele Augen sehen immer besser als zwei.

 

Ich möchte die Situation, in der wir uns weltweit befinden, nicht verharmlosen, sondern all dem eine viel größerer Bedeutung geben. Ich möchte von innen und von weit außen auf die Situation blicken.

 

Wir sollten üben, immer wieder eine Vogelperspektive einzunehmen, um uns nicht immer mehr in ein Extrem zu verstricken. Das gilt für unsere persönliche Gefühlsarbeit doch auch. Erst wenn wir üben, zurückzutreten und Abstand zu finden, können wir ruhig und klar auf eine Situation blicken, klare Handlungen treffen, anstatt uns zu verrennen. Nur so kann uns das größere Ausmaß und die Vielschichtigkeit bewusst werden. Und nur wenn wir der gesamten Bedeutung näher kommen, haben wir eine Chance.

 

Innerhalb von zwei Jahren haben wir das Problem Corona nicht lösen können. Was ist die Perspektive? Könnten nicht weitere Ansätze wertvoll und hilfreich sein?

 

Wir müssen hinschauen. Und zwar 360 Grad, um uns herum. Zu Pflegerinnen und Pflegern, Ärzten und Ärztinnen, ebenso wie zu gebildeten Alternativ-Medizinern und -Medizinerinnen, zu verschiedensten VirologInnen, und auch zu SkeptikerInnen.

 

Ich bin sicher, dass da nicht nur eine Antwort kommen wird, sondern unzählige. Und jede ist es wert, gehört zu werden.

 

Für mich persönlich ist eine Krankheit immer ein klares Zeichen dafür, dass etwas nicht gesund ist. Dass etwas aus der Balance, aus dem Rhythmus geraten ist. Ich glaube, dass wir Menschen nur gesund und stark sein können und vor allem die besten Selbstheilungskräfte aufbauen, wenn wir uns wieder mit unseren natürlichen Rhythmen verbinden.

 

Wir haben verlernt, auf den uns innewohnend Rhythmus zu vertrauen, der im Einklang mit der Erde klingen sollte.

Wir haben verlernt, auf unsere Empfindungen zu hören und ihnen zu vertrauen.

Wir haben verlernt, auf uns selbst zu vertrauen.

 

Ich bin sicher, dass wir alle eine in uns wohnende Weisheit haben.

Doch wir müssen den Kontakt zu ihr aufbauen.

 

Unsere innere Weisheit, oder wir können sie auch höhere Weisheit nennen – vielmehr ist es beides in gemeinsamer Interaktion – hat mehr Wissen und Überblick, als unsere reine Verstandesebene überhaupt wissen kann. Davon bin ich überzeugt.

 

Wir können durch Wissenschaft sehr viel Belege für vielen Fakten finden. Doch nicht für alles.

Wir können durch unseren Verstand und durch die Wissenschaft nicht den Sinn oder die Bedeutung des großen Ganzen überblicken.

Wir können rein über den Verstand nicht erfahren, was für eine bedeutungsvolle Botschaft hinter all dem steht, was uns kranken lässt.

Mir ist bewusst, dass es um unser aller Existenz geht. Im Großen, weit über unser eigenes Leben und die aktuelle Zeit hinaus.

 

Wie auch sonst in meinem Beruf und meinem Leben möchte ich auch diese weite Ebene mit in Betracht ziehen und mich dafür einsetzen.

 

Mit Angst darauf zu reagieren ist menschlich und nachvollziehbar, dennoch ist für mich Angst das Gegenteil von Ur-Vertrauen. Und das Urvertrauen ist das Vertrauen in uns Menschen selbst. In unsere innewohnenden Kräfte und Fähigkeiten, unsere Potentiale. In unsere Erde, die uns alles bereitstellt, was wir zum Leben brauchen.

 

Sicher, viele oder auch die meisten haben aufgrund unendlich vieler Herausforderungen nicht die Möglichkeit, sich überhaupt mit solchen Gedanken und Themen zu beschäftigen. Das ist ein großes Privileg. Doch gerade wir, die es können/sollen/müssen daran arbeiten, es vorzuleben. Ich fühle das als eine essentielle und nötige Aufgabe, und dafür möchte ich mich einsetzen.

 

Bis dahin müssen wir einen gemeinsamen Weg finden, um mit dieser Situation umzugehen.

Kurz- und längerfristig.

 

Das geht nur, wenn wir das, was ist, annehmen und hinsehen, wo uns all das hinführen möchte.

 

Eins ist sicher: Nicht voneinander weg.

 

Diese Pandemie ist noch nicht vorbei, für niemanden von uns, doch das soll uns keine Angst machen, sondern Mut, weiterhin unser Bestes zu geben und an diversen Lösungen mitzuarbeiten.

 

Dieser Text soll einen Auftakt bilden. Wir möchten an dieser Stelle in loser Folge andere Meinungen, Gedanken und vor allem persönlichen Gefühlen einen Raum geben. Respektvoll, offen, nicht verurteilend. Ich freue mich darauf.

 

Eure Sophia