5. Zeitgemäße Meditations- & Bewusstseinsschulung

 

 

Meditation ist der wirkungsvollste und älteste Weg, um Bewusstsein zu erlangen.

Zu jeder Zeit haben Menschen meditiert und spirituelle Übungen gemacht. Der Grund, warum früher meditiert wurde, war der Wunsch, sich mit dem Göttlichen zu verbinden.

 

Früher wurde davon ausgegangen, dass die Welt im Außen eine Illusion ist und diese Leid verursacht.

 

Der oder die Meditierende erhoffte sich, wenn er/sie sich aus der Welt zurückzieht und das Außen und somit auch den Körper, der sterblich ist, überwindet, wird er wieder eins mit dem Göttlichen sein. Diese Sehnsucht, eins mit dem Göttlichen zu sein, war immer schon groß.

Die Sehnsucht zurück in die Einheit zu gehen, wo wir in der Ewigkeit und in der Ruhe verweilen können, zog die Menschen damals in den Rückzug.

 

Damals wurde sich aus dem Körper „herausmeditiert.“

 

Es ging darum, absolute Stille im Geist herzustellen und die Gedanken zum Schweigen zu bringen. Es wurde sehr lange meditiert und stetig geübt, jedes Körperempfinden zum Schweigen zu bringen. Körperlicher Schmerz sollte überwunden werden – so lange, bis der Körper nicht mehr fühlbar war und dafür der Geist noch mehr in die große Einheit eintauchen konnte, um sich Eins mit allem zu fühlen.

Früher dienten die Yoga-Asanas primär dazu, dass der Mensch in der Meditation möglichst lange sitzen konnte.

 

Wie schon beschrieben, befinden wir uns als Menschheit auf einem Individualisierungsweg.

 

Irgendwann kam die Wende, wo wir anfingen, uns über die Welt im Außen und über unsere Sinne zu erfahren.

In der alten indischen Kulturepoche galt noch: Rückzug der Sinne, denn die Welt ist eine Illusion…

Eine Kulturepoche weiter, in der persischen Kulturepoche, kam durch den großen Zarathustra der Impuls, dass wir unsere Sinne nach Außen wenden sollten, um uns in der Welt zu erfahren.

 

Ein spiritueller Mensch lernte, dass das Göttliche nicht nur im Geist ist, sondern, dass das Göttliche alles durchdringt, was existiert – ebenso die Erde und den Menschen selbst…

 

Es begann der Weg, das Göttliche in sich selbst zu suchen, um sich als göttlich erfahren zu können.

 

Im Laufe der Zeit bildete sich unser ICH-bin-Bewusstsein immer mehr heraus. Die Fähigkeit, uns als ein individuelles Selbst zu erfahren. Das ist allein durch unsere Denktätigkeit möglich – durch die Fähigkeit, sich selbst und das Außen im Kontext zu uns und unserem Leben zu reflektieren.

 

Heute wissen wir, dass das Außen real und keine Illusion ist.

 

Hoffentlich haben wir auch erfahren, dass das Leben nicht nur Leid, Krankheit und Tod, sondern auch wunderschön und wertvoll ist.

 

Meditation bedeutet sogar übersetzt Reflexion.

 

Spannend, dass sich auch heute noch das Bild, dass wir beim Meditieren NICHT denken, so in den Köpfen festgesetzt hat. Diese Einstellung sorgt dafür, dass viele Menschen meinen, sie könnten nicht meditieren, denn die Gedanken werden nicht still. In einer Zeit, wo wir zu solchen Denkern geworden sind, ist es erst einmal kaum möglich, eine Gedankenstille herzustellen.

 

Bei einer zeitgemäßen Meditationspraxis, die SELBST-Bewusstseinskräfte bilden soll, ist das auch nicht das Ziel.

Vielmehr geht es darum, die Gedanken zu finden, die unbewusst ablaufen und sich verselbstständigt haben:

Die Gedanken…

… die uns unterbewusst stressen,

… die zu viel von uns erwarten,

… die uns selbst und andere runtermachen,

… die be- und verurteilen…

und all die fest aufgebauten Gedankenstrukturen

 

Wir wollen lernen, festgefahrene Muster und Vorstellungen über uns selbst und die Welt zu erkennen und aufzulösen.

Denn diese Gedanken sind leblos und nicht real. Sie entspringen alten Erfahrungen und laufen so lange kräftezehrend weiter, bis wir sie durch unsere höheren Bewusstseinskräfte aufdecken.

 

Wir wollen lernen, lebendige, neue Gedanken zu bilden.

 

Gedanken, die bewusst gedacht sind und nicht in einer Dauerschleife ablaufen.

In der Meditation wollen wir durch das Reflektieren und durch Übungen, die zur Konzentration und Selbsterkenntnis dienen, in unseren Köpfen aufräumen.

 

Dazu wollen wir üben, bewusst zu fühlen und sämtliche Emotionen, die sich ständig durch uns durch bewegen, aufzudecken:

Warum sind diese Emotionen gerade da?

Warum denke ich gerade diesen Gedanken?

Ist dieser Gedanke wirklich wahr?

Denke ich bewusst?

Warum fühle ich mich jetzt gerade so?

Woher kommen Zweifel, Ängste, Stress, Unruhe und Anspannungen?

Warum bin ich traurig und wütend?

Warum handele ich aus einer Emotion heraus und schlage wild um mich?

Oder warum unterdrücke ich meine Emotionen und kann sie gar nicht fühlen?

Was kann ich tun, damit das Gefühl zur Ruhe kommt?

Warum fühlt sich mein Körper gerade so an?

Was sendet er für Signale aus?

Warum sind da körperliche Spannungen und Schmerzen?

Wie fließt meine Atmung?

Warum fließt sie hier frei und in anderen Körperbereichen gar nicht?

 

All das dient uns, Erkenntnis über uns selbst und die Themen zu erlangen, die für uns gerade wichtig sind. Ganz anders als damals, wo es um Stille ging, um den Rückzug und die Abwendung vom Leid. Hier geht es darum, in unsere eigenen Tiefen einzutauchen und zu üben, uns wahrzunehmen, damit wir uns besser verstehen können.

 

Erst wenn wir uns durch die Reflexion verstehen lernen, können wir auch die Dinge in unserem Leben verändern, die dafür sorgen, dass Gedanken und Gefühle da sind, die uns nicht gut tun – jedoch eine wichtige Botschaft für uns haben.

Denn erst, wenn wir hinhorchen, entwickeln wir eine Annahme und ein höheres Verständnis über uns selbst und die Welt.

 

Meditation ist inzwischen von der Gesellschaft anerkannt und längst geht es nicht mehr nur um einen spirituellen Weg. Der Mensch sehnt sich nach Ruhe und wie damals oft nach Rückzug, denn die Welt ist oft laut und anstrengend.

 

Meditation verspricht Entspannung, Stille und auch ein Abschalten…

Dazu können wir auftanken und mit Konzentration unseren Alltag meistern.

 

Aber…

Wir müssen hier unterscheiden zwischen Meditationstechniken, die zur Entspannung ausgeführt werden und durchaus ihre nötige Berechtigung haben

und

meditativen Reflexionen und Übungen zur Schulung des SELBST-Bewusstseins, durch eine Betätigung unserer höheren Gedankenkräfte.

 

Das muss nicht anstrengend sein, vielmehr lernen wir dabei, immer gelassener auf uns selbst zu schauen und mit uns liebevoller umzugehen. Doch es braucht in jedem Fall eine Ingangsetzung unserer Gedankenkräfte.

Es ist ein Übungsweg, der sich stufenweise aufbaut.

 

Wenn wir einen geistigen Weg der Selbsterkenntnis gehen wollen, um ein weitreichendes Verständnis über uns als Menschen zu bekommen, brauchen wir zusätzlich ein Wissen über unsere feinstofflichen Körpersysteme, über Energien, über die Auswirkung von Planeten und Naturkräften auf uns Menschen, über die Entwicklung des menschlichen Bewusstseins, über die Kulturepochen, die wir bereits durchlaufen sind, über Dichter, Denker, Philosophen – und dazu unbedingt die richtige Literatur.

 

Ein Mensch, der sich in unserer heutigen Zeit auf einen inneren Weg begibt, wird nicht herumkommen, sich mit dem auseinanderzusetzen, auf das wir heute treffen.

 

Wir leben in einer Zeit, wo alles möglich ist und es so viele Wege gibt, die Weiterentwicklung versprechen, wie zu keiner Zeit davor.

 

Das hat einen Grund, denn es war zu keiner Zeit wie heute so nötig, sich wieder der Wahrheit und dem Sinn und Grund, warum wir Menschen hier auf Erden sind, zuzuwenden.

 

Nie war es so unnatürlich und die Menschen nie so sehr von sich selbst und den Ursprüngen abgeschnitten.

Die Erde ist von Technik durchzogen und der Geist der Menschen abgestumpft.

Das sorgt für Krankheit und Tod an allen Ecken.

 

Achtung: New Age Esoterik

Was wir im Überfluss haben, sind hunderte von Ratgebern und ein Esoterikmarkt, der immer größer, schriller, wilder und bunter wird. Ein Spielen mit Energien und ein übersteigertes Ego.

Hier ist allergrößte Achtsamkeit gefragt: Von all dem, was wir aktuell im Außen finden, beruht nur ein winziger Bruchteil auf einer wirklichen geisteswissenschaftlichen Erkenntnis.

Bei all dem, was uns Heilung verspricht, überall da, wo es darum geht, sich etwas zu wünschen und sich die Welt so zu kreieren, wie wir es gerne hätten, sollten wir höchst aufmerksam sein.

Wirkliche Spiritualität ist ruhig. Sie fühlt sich lebendig an. Sie würde dir nie versprechen, dass Wünschen allein reicht, um etwas zu verändern.

Sie unterstützt auf einem Weg, ein Thema wirklich durchzuarbeiten und keine Heilung herbeizuzaubern.

Der größte Teil der NEW AGE Esoterik führt in eine neue und noch größere Illusion hinein, bindet, macht unklar, unfrei, verwirrt und führt uns von uns selbst weg. Das kann sehr große Folgen haben und uns einige Jahre kosten…

 

Ein zeitgemäßer Ansatz sollte sein, aus einem blinden Glauben ein Wissen zu machen. Das funktioniert nur, wenn wir lernen, gelerntes Wissen in uns selbst nachzuprüfen.

 

Es ist definitiv nicht leicht, sich in dem aktuellen Überfluss von Angeboten zurechtzufinden.

Wir können jedoch lernen, ein ganz klares Empfinden für die Wahrheit und für das, was uns gut tut, zu entwickeln.

Der tiefe Wunsch, wirklich zu sich selbst hinzusehen und sich nicht verwirren zu lassen und sämtliche Illusionen in uns und im Außen aufzudecken, lässt uns immer wieder zum rechten Weg zurückkommen.

 

Unser Herz weiß den Weg. Wir müssen nur lernen, hinzuhören.

 

Ein zeitgemäßer Ansatz beschäftigt sich mit Themen, die uns heute und hier betreffen – nicht vor 1000 Jahren irgendwo und auch nicht weit weg vom Leben in einer bunten, illusionierenden Welt, wo alles angeblich leicht und schön ist.

Was habe ich persönlich für eine Vergangenheit?

Wo komme ich her?

Wie komme ich zurück zu einem Kontakt mit den Naturkräften, die mich umgeben?

Welche Weisheit erfühle ich von meinen Vorfahren?

Was hat der Ort, die Stadt und das Land durchlebt, wo ich mich aktuell befinde?

Was hat meine Kultur durchlebt?

Was hat das für eine Wirkung auf mich heute?

Und was finde ich hinter all dem?

 

Es ist ein ewiger und so unfassbar spannender Forschungsweg, den wir einschlagen können.

Wir lernen uns mit dem auseinanderzusetzen, was uns selbst betrifft und nur das kann den Bezug zu uns selbst aus wirklich herstellen.

 

Wir gehen weg von dem Suchen im Außen, hin zu einer Selbsterforschungsreise durch unsere Gedanken, Gefühle und Körperwelt…

In unseren Meditations- und Bewusstseinsklassen, Workshops, Vertiefungen und Ausbildungen geht es um all diese essentiell wichtigen Themen und unser Hauptanliegen ist, euch zu ermuntern, euren Weg zu finden, auf euch selbst zu vertrauen und Meditation und Bewusstsein zu einem festen Bestandteil eures Lebens werden zu lassen.

 

Und vor allem um die Botschaft: Meditation ist nichts abstraktes, schweres, kompliziertes und wenn wir erst einmal verstehen, was heute damit gemeint ist, dann wird es völlig natürlich sein.

 

Meditation bedeutet für uns, Bewusstsein in all unseren Gedanken, Gefühle und Handlungen hineinzubringen.

Somit sind auch Yoga und Movement bewegte Meditationen…