7. Movement & Natural Movement

 

 

Movement, so komplex und vielschichtig wie Mensch und Erde und beinhaltet jede erdenkliche Bewegungsform, somit auch Yoga.

Es ist eine Bewegung, die zunehmend an Beliebtheit und Bedeutung gewinnt.

Genauso wie es einen viel tieferen Grund hat, als uns bewusst ist, dass seit Jahrhunderten von Jahren Yoga praktiziert wird, hat es ebenso eine Bedeutung, warum seit einigen Jahren eine Bewegungsform entsteht, die alle alten Formen und Strukturen erweitern möchte, um so zu einem ganzheitlichen Ansatz von körperlicher und geistiger Praxis zu gelangen.

 

Genau wie Yoga ist auch Movement keine rein körperliche Bewegung, sondern hat ebenso eine tiefgreifende Wirkung auf Seele und Geist.

 

Es ist ein Impuls für uns Menschen, der zu dieser Zeit gehört und nötig für unsere Weiterentwicklung ist.

Es ist eine natürliche Antwort auf das Zuviel an Anpassung, Gleichheit und Festigkeit, auf die wir heute treffen.

Erweiterte Bewegungen kommen, um uns dabei zu unterstützen, die alten, immer gleichen festen Formen und das Zuviel an Kontrolle zu überwinden, um dafür freier und individueller zu werden und eine balancierte Kraft zu erlangen.

 

Die Praxis führt uns dahin, dass wir lernen die übersteigerte Form von kriegerischer Härte zu erkennen und dafür mit den Krieger- und Kriegerinnen-Aspekten in uns, in den Kontakt zu kommen, die auf den wirklichen Ur-Bildern basieren.

 

Kriegerisch-sein ist nicht nur schlecht, denn wir alle tragen diesen Aspekt in uns und der möchte gelebt werden.

Wirkliche „spirituelle“ Kriegerinnen und Krieger handeln aus Weisheit und nicht fremdbestimmt aus fehlendem Vertrauen, Angst, Kontrolle und Manipulation wie damals (und teilweise noch heute) auf einem Schlachtfeld, doch auch im gewöhnlichen Leben und in unserem eigenen Inneren.

Wir lernen Willensstärke und eine Kraft aufzubauen, die tief aus unserem Inneren entspringt und die Energie, die sonst für den „Lebenskampf“ und dem Gegeneinander vergeudet wird, sinnvoll zu nutzen.

Wir brauchen eine positive, kriegerische Kraft in uns, um in eine Umsetzungskraft zu kommen, Selbstsicherheit zu erlangen und zu erkennen, dass wir der Härte im Außen nicht ausgeliefert sind.

Weisheitsvoll, flexibel und kraftvoll zugleich.

 

Es ist ein Weg, der uns bewusst zurückverbinden möchte, an unsere natürlichen Rhythmen und unserem Ursprung.

 

So, wie wir damals aus unserem kosmischen Bewusstsein in die Festigkeit der Materien herabgestiegen sind und uns die Yogapraxis dabei unterstützt hat, führt uns Movement wieder hin zu einer neuen Freiheit in Körper und Geist und einer neuen, nötigen Ebene von Lebendigkeit… aus der Form in die Formlosigkeit und in erweiterte Formen hinein.

 

Ein Bewegen auf und mit der Energie… fließend, öffnend, befreiend, stärkend.

 

Wir arbeiten unseren Körper bewusst durch, was dazu führt, dass Erinnerungen wach werden und unser Bewusstsein sich erweitert. Auf eine natürliche Art und Weise beginnen wir uns wieder dem „Natürlichen“ zuzuwenden:

Was macht mich gesund?

Was macht mich lebendig?

Warum bin ich hier?

Wo komme ich her?

Wo will ich hin?

Es führt zu dem Wunsch, sich vertieft mit sich und der Welt auseinanderzusetzen und den Sinn für unser Dasein wiederzufinden. Dies geschieht aus einer ganz neuen Freiheit, ohne Konstrukte, die wir uns eventuell durch altes Wissen selbst gesetzt haben…

 

Movement basiert nicht auf einer uralten Philosophie wie Yoga. Das birgt eine ganz neue Chance, die Spiritualität ganz neu zu begreifen und zu leben.

 

Es spricht oft auch Menschen an, die eventuell nicht durch altes Yogawissen und oft überholte Weisheiten angesprochen werden und eventuell auch Menschen, die mit der Esoterik und der Spiritualität, wie sie oft im Außen dargestellt wird, nichts anfangen können. Denn diese erscheint dort manchmal blumig, kitschig und verwirrend…

 

Spiritualität ist nicht bunt und wild, sondern kann auf eine ganz natürliche Art und Weise erlebt werden. Ganz unaufgeregt und ruhig.

 

Movement ist eine noch ganz junge, zeitgemäße Bewegung, die sich über die Jahre und Jahrhunderte entwickeln und die geistige Orientierung noch aufbauen wird.

In welche Richtung das geschehen wird, hängt davon ab, wie genau wir hinhören und wie wir uns, unseren Körper und unseren Geist auf dem Praxisweg beobachten und dann erforschen, was hinter all der Bewegung steht und erfahren werden möchte. Dazu brauchen wir natürlich auch eine Orientierung durch passende Literatur, Wissen und eine innere Praxis.

Wie beim Yoga auch, gibt es unzählige Interpretationen von Movement und viele unterschiedliche Schwerpunkte, wie eine Movement-Praxis aussehen kann…Wie in jedem anderen Bereich auch, treffen wir teilweise auf extreme Formen und Movement-Richtungen, die den Schein erwecken, dass Movement ein Extremsport ist.

 

Praktizieren wir Movement rein körperlich, können wir uns der tieferen Bedeutung nicht bewusst werden.

 

Movement ist viel mehr als all das, was wir bisher darüber wissen. Es ist etwas, was zu uns kommt, um es über Jahrhunderte zu erforschen und weiterzuentwickeln.

Wie damals beim Yoga gibt es wenige große Movement-Lehrer, die ein eigenes Konzept mit Prinzipen aufgebaut haben – mit einer wachsenden AnhängerInnenschaft.

Immer wenn etwas Neues zu uns kommt, gibt es Menschen, die für einige Zeit große Vorbilder werden. Das ist nötig, um uns zu inspirieren, eine erste Orientierung zu geben, um dann eine eigene Sicherheit zu erlangen, um selbst ein Vorbild – ein eigenes ICH zu werden.

Auch wenn es beim Yoga auch noch große Vorbilder, Super-Yogis und selbst ernannte alte und neue Gurus gibt, ist die Zeit der großen Lehrer, die alles wissen und den Ton angeben, längst vorbei.

 

In der heutigen Zeit dürfen wir üben, in uns selbst genug Vertrauen zu finden und die Fähigkeit zu erwerben, unseren inneren Lehrerinnen und Lehrern zu vertrauen.

 

Das Außen sollte nur eine Inspiration sein und wir sollten uns nicht an eine Person binden. Geist und Körper sind so komplex, wie ein ganzes Universum und da ist klar, dass nie ein Mensch alleine das ganze Wissen und die Weisheit haben kann, alle Aspekte zu beleuchten.

Laufen wir einer Lehrerin, einem Lehrer, einer Lehre oder einer Interpretation einer Sache nach, sind wir nicht frei und können die Praxis nicht aus uns selbst heraus erfahren und lernen auf unser eigenes Erleben zu vertrauen.

 

Aus Movement wird Natural Movement.

 

Alle Bewegungen, die isoliert ausgeführt werden, könnten wir als Movement bezeichnen. Wenn wir beginnen, unseren inneren Impulsen zu vertrauen, werden die Bewegungen beständig natürlicher und somit ganzheitlicher.

So entstehen vermehrt Ganzkörperbewegungen und der Körper lernt, natürliche Impulse der Erde sowie feinstoffliche Energiebewegungen aufzunehmen. Diese sind immer fließend, organisch und ganzheitlich.

Das bedeutet jedoch nicht, das isolierte Bewegungen und ergänzende Movement Formen und Übungen keinen Sinn machen, denn das tun sie ohne Frage. Die Vielschichtigkeit ist das, was uns am Besten wachsen lässt.

 

Durch das Aufnehmen natürlicher Bewegungen können wir wieder an unsere natürlichen Rhythmen sowie an die Rhythmen der Erde anknüpfen.

 

Dazu stellen wir immer mehr den Kontakt zu der Erde und ihren Elementen, ihren Kräften her und lernen uns im Einklang mit diesen Kräften zu bewegen. Auch unser Körper besteht aus den Elementen der Erde. Sich im Kontakt mit den Elementen zu bewegen macht lebendig, gesund und öffnet neue Wege.

Wir können über unseren Körper Urbilder und Urkräfte erfahren und uns dadurch bewegen. Es findet eine Rückverbindung statt und gleichzeitig lässt es uns bereits gegangene Wege erkennen.

 

Das Besondere an Natural Movement ist, dass es unsere Individualität fördert.

 

Anders als in der klassischen Yogapraxis, oder isolierten Bewegungsformen wo alle die gleichen Formen ausführen, kann hier der Bezug zum eigenen Körper und dessen Möglichkeiten noch mal ganz neu begriffen werden.

Jeder Mensch ist anders und wird die Formen unterschiedlich ausführen und gerade das sorgt dafür, dass wir unser Persönliches so gut fördern können.

Movement als auch Yoga entspringen kosmischen Formen und lassen uns universelle Prinzipien verstehen und erfahren.

Wir können exakt die gleichen Prinzipien wie in unserer Yogapraxis anwenden.

 

Gerade diese spirituellen Ansätze ermöglichen auch eine innere Entwicklung.

 

Regelmäßig praktiziert, wird unser Geist im Körper wach. Unser Blickwinkel weitet sich, wir erinnern uns daran, dass wir einen Ursprung haben…die Sehnsucht nach einem natürlichen, lebendigen Umgang mit uns und dem Leben wächst…der Naturbezug wird intensiviert, weil wir selbst immer natürlicher werden.

Die Vielschichtigkeit und die Individualität ist das, was die Praxis so effektiv macht.

 

Natural Movement möchte jede Bewegung erleben, erforschen und verstehen.

 

Was ist möglich mit unserem menschlichen Körper?

Was gibt es für Strukturen, die ich noch nie angesteuert und bewegt habe?

Was ist das Optimum an Kraft und Flexibilität?

Welche Bewegungsmöglichkeiten können wir einnehmen, um unseren Bewegungsradius zu erweitern?

Wie kann ich mein Potential und meine Möglichkeiten auch wirklich nutzen, um mich weiterzuentwickeln?

Wo führt mich meine Körperintelligenz hin?

Wie verbinde ich Geist und Körper?

Wie fühle ich mich jetzt gerade? Und was für Bewegungen entstehen aus diesem Gefühl?

Welche Impulse geben mir eine neue Bewegung? Ein Partner/ eine Partnerin/ eine andere Gegebenheit/ ein anderer Ort/ eine andere Temperatur, Jahreszeit und und und…

Was für Impulse kann ich aus der Erde empfangen?

Wie bewege ich mich aus meinem feinstofflichen Körper heraus?

 

Das Feld der Möglichkeiten ist unendlich.

 

Movement fängt bei kraftvollen, muskulären Bewegungen an und geht hin zu Bewegungen, die so fein und fließend sind, dass sie die Möglichkeit haben, jede Festigkeit wieder aufzulösen.

 

Beginnen wir Movement zu praktizieren, wird uns das auf eine lange, stufenweise und vielschichtige Reise hin zu uns selbst mitnehmen. Wenn wir regelmäßig praktizieren und unserem Körper wirklich zuhören und ihn vor allem ernst nehmen, kommen wir zu einem ganz neuen Körperverständnis. Wir können üben, Bewegungen nicht nur aus dem Verstand auszuführen, sondern uns auf unsere Körperintelligenz einzulassen und so zu erfühlen, was wir im Jetzt brauchen.

 

Wie möchtest du dich, wie möchte dein Körper sich heute bewegen?