8. Unsere Praxis erweitern

 

 

Beim Yoga, wie auch beim Movement, entwickeln sich die Körper weiter.

Und wenn wir uns dabei innerlich parallel weiterentwickeln und unserer Bewusstseinspraxis so viel Aufmerksamkeit geben wie unserer Körperpraxis, dann entsteht zunehmend der gewünschte Einklang von Körper, Seele und Geist.

Doch was oftmals unbewusst, manchmal auch stark sichtbar mitwachsen kann, wenn wir nicht hinhorchen, ist unser Ego. Es will unbedingt vorankommen, will immer mehr und möchte zeigen, was es alles kann.

Die innere Praxis wendet sich in ein ungesundes Außen.

 

Wir sollten achtsam sein, denn zu viel Muskulatur bindet und sperrt uns aus unserem Körper aus – genauso wie zu viel Mobilität schwach macht, uns den Halt verlieren lässt und wir uns nicht mehr abgrenzen können.

 

Die Flexibilität muss gehalten werden können, genauso wie die Muskulatur flexibel und beweglich bleiben sollte…

Unser Körper möchte nicht täglich überschwellige Reize bekommen, sich jedoch am liebsten täglich bewegen und in Balance sein – gehalten und flexibel zugleich.

Es kommen Phasen, da blockieren wir. Die Körper werden fest, der Geist verliert sich. Die Energie fließt nicht mehr… Verletzungen entstehen.

Doch auch hier sollten wir nicht zu hart mit uns sein, es ist ein Lernweg und das gehört zu diesem Lernen dazu… Wichtig ist nur, dass wir rechtzeitig wach werden, um zum wirklichen Sinn unserer Praxis zurückzukehren.

 

In einer spirituellen Praxis geht es darum, das Ego zu überwinden um den wirklichen Lehrer/die wirkliche Lehrerin in uns zu finden.

 

Es ist die Übung, einen weiteren Blickwinkel einzunehmen und dann den Druck herauszunehmen. Immer wieder…. Wir sind es so gewöhnt, zu viel von uns zu verlangen, aus dem Gedanken heraus, nicht genug zu sein.

Doch anders kann es auch sein, permanent zu wenig zu machen. Sämtliche Ausreden zu finden, die gegen ein inneres oder äußeres Bewegen sprechen..

Ein „sich-nicht-von-alleine-motivieren-können“ und sich in belanglosen Dingen zu verlieren….

 

Wie Immer geht es um den Weg der Mitte.

 

Wir sollten uns immer wieder fragen:

Warum praktiziere ich? Oder warum praktiziere ich nicht?

Für wen praktiziere ich?

Tut mir die Praxis noch gut und ist sie respektvoll meinem Körper gegenüber?

 

So wunderschön wie Yoga ist – irgendwann kommt der Punkt, wo auch diese Praxis einseitig wird und wir nicht mehr vorankommen.

 

Praktizieren wir tagtäglich die gleichen Formen, wird aus einer vorherigen Kräftigung, eine Belastung und der positive Effekt dreht sich um.

Auch Yoga kann nie die ganze Komplexität von Geist und Körper in Balance bringen und am Ende binden wir uns wieder an ein Konstrukt, an eine vorgegebene Lehre und an eine Form – wir werden fest, unfrei, gebunden…

Doch wir sind hier, um jede vorherige Form zu überwinden, damit wir uns weiterentwickeln können.

 

Ebenso wird in der Movementpraxis der Punkt kommen, wo wir stagnieren…

 

Das Pensum und die Dauer, der Wunsch sich immer weiter zu bewegen, ist eine natürliche Folge der Praxis. So viel gibt es zu bewegen…so gut fühlt sich die Freiheit und der Fortschritt an.

Doch es ist nicht so leicht, den Körper zu verstehen.

Um lange mit unserem Körper im Einklang praktizieren zu können, müssen wir auch hier lernen, die Energie fließen zu lassen, damit wir uns nicht überlasten. Unser Körper entwickelt sich zyklisch und eine permanente Aufmerksamkeit ist eine große Kunst.

Wir brauchen ein Wissen über Trainingsprinzipien, einen balancierten Trainingsplan, Erholungszeiten und den richtigen Ausgleich.

 

Wie in jeder anderen Bewegungsform auch gilt:

Sind wir zu übereifrig, kann die Praxis in ein anderes Extrem führen. Unser Köper wird müde… und das, was uns vorher noch wachsen ließ, kann zu einem Leistungsabfall und in ein Übertraining führen.

Zeitweise macht die Praxis so einen Spaß, dass wir etwas zu sehr „aufdrehen“, denn die vielen Möglichkeiten lassen uns kein Ende finden… Das Positive an der Vielseitigkeit dreht sich um und sorgt dann für Verwirrung. Wir verlieren den Fokus, der Körper macht zu. Am besten schon vorher, doch spätestens, wenn ein solcher Punkt eintritt, lohnt es sich, den Fokus zu bündeln und die Energie zu halten.

 

Ganz nah bei sich selbst.

 

Was gibt es noch? Was könnte mich in meiner individuellen Entwicklung unterstützen?

Wenn du schon lange Yoga praktizierst, hast du schon einmal überlegt, deinen Blickwinkel über deine Yogamatte hinaus zu erweitern, um zu erleben, welch ein großes Feld von neuen Möglichkeiten und Inspirationen auf dich und deinen Körper wartet?

Hast du dir erlaubt, deine erlernten Formen im Geist und im Körper zu überwinden, um dich auf die Zeit wie sie jetzt und heute ist, einzulassen?

Übst du eine andere Bewegungsform?

Hast du schon einmal Yoga praktiziert? Ich meine nicht nur ein/zwei Mal versucht – ich meine wirklich darauf eingelassen?

Bist so in die Tiefe gegangen, dass du erfahren hast, wohin uns diese Praxis führen kann? Dazu, ganz vom Energiefluss getragen zu werden und dies auch wirklich gefühlt hast?

Du hast noch nie Yoga oder Movement gemacht? Noch besser!!

Dann fang doch gleich mit beidem an!